Ab hier betreten Sie den Gestaltungsraum der „AnStifterin“. Ihre über die letzten zehn Jahre herangereifte Aufgabe ist die nachhaltige Sorge für mehrere Denkmäler in der Eifelgemeinde Blankenheim und die Bestrebung, sie für gemeinschaftliche Nutzungsideen zugänglich zu machen.

Häuser, insbesondere Denkmäler, bilden eine Brücke in vergangene Zeiten und lassen Geschichte lebendig werden. An einem Lockruf eines solchen Hauses knüpft die AnStifterin der Stiftung TabuBrücke an.

Wie alles begann:
An einem Sonntag im späten Herbst 2015 wollten es das nebelverhangene Wetter und ein Spiel des FC Köln, dass es sie und ihren Mann nicht so weit wie sonst zog – zum schönen Eifelwandern. Es wurde erstmals Blankenheim, aber wie immer ein einmalig schönes Naturerlebnis. Und bevor es heim ging, ganz wichtig für die zwei, die Einkehr – in diesem Fall in die im historischen Stil mit Fachwerk und Bruchsteinwänden gemütlich gemachte Landlust. Auf den letzten Metern, in dem menschenleer angetroffenen Ort, bemerkten sie schon den liebevoll herausstrahlenden Krimskram Laden, der einen anschließend kurzen Sprung hinein zu einem Muss machte. Links von diesem ebenfalls sehr alten Haus, sieht man das über 300 Jahre alte Haus am Nepomuk, das durch ein Verkaufsschild auf sich aufmerksam machte. Und binnen Tagen war’s um die zwei – also dem Haus und ihr – geschehen. Der Traum von einem eigenen Haus, mit dem sie alles machen könnte, was sie nur für schön und nötig hielt, war erweckt. Klein genug, es sich zuzutrauen, groß genug für inspirierend schöne Möglichkeiten. Es hat zu ihr gesprochen, wie sie meint, sich doch bitte um es zu kümmern – sie sollte es nicht bereuen müssen. Zwei Wanderungen später war die Entscheidung getroffen. Unter großem Zuspruch ihres Mannes war sie mit „ihrem“ Häuschen vereint. Es erwies sich zwar dann als so viel bedürftiger als angenommen, hielt aber ebenso viele spannende Schätze verborgen, die nach und nach freigelegt, behutsam aufgepäppelt und in Pflege genommen wurden. So nahmen die Dinge ihren Lauf. Heute sieht man, wie sehr es ihr zur Herzensaufgabe wurde, sich für Denkmäler einzusetzen. Inzwischen sind es drei Häuser geworden, die unter ihrer Obhut, und nicht allein ihr, zur großen Freude gereichen.

Als Vorgeschmack auf das, was da noch kommen mag, hier ein Auszug aus ihrem vergangenen Engagement für den Tag des offenen Denkmals nach über drei Jahren vielschichtiger Erfahrungen in der Eifel und (statt der angenommenen Renovierungsarbeiten von einigen Monaten) einer sehr umfangreichen Sanierung des Nepomukhaus. Damals hätte sie sich nicht träumen lassen, dass sie es schaffen würde, sich noch weiterer Häuser anzunehmen.

Hier „die“ drei von insgesamt neun Denkmalinformationen, die von der AnStifterin 2019 mit Unterstützung von den historisch und in Blankenheim engagierten Bürgern Wolfgang Doppelfeld und Markus M. Schmitz erstellt wurden.

Nepomukhaus – seit Anfang 2016

Test

Eifelhaus – seit Ende 2019

Heute Elfthaus – seit 2026, anteilig im Zuge der
Stiftungsgründung

Und wie das Leben so spielt, stehen heute – wer hätte es gedacht – alle drei Denkmäler in der (Mit-)Verantwortung unserer AnStifterin. Zu einem späteren Zeitpunkt wird sie sicher noch mehr von ihnen und den dort entstandenen Möglichkeitsräumen erzählen.

Damit aber noch nicht genug.
Im Spätsommer 2023 – also zeitlich dazwischen – liegt die ungeahnte Begegnung mit dem Zehnthaus.

Zehnthaus in Blankenheim Mülheim – seit Herbst 2023

Und hier möchte eine sehr leise gewordene TabuBrücke noch ihren Platz finden. Das Haus war von Anfang an schon – denn alleinige Verantwortung kennt Grenzen – nur als Wir-Ort für die AnStifterin denkbar. Ein Ort für Menschen unterschiedlicher Talente und Angebote, die hier schon bald zusammengebracht werden sollten. So der Plan. An ihrer Seite diesmal ganz selbstverständlich, nach über 30 Jahren praktizierter Tabubrückenarbeit in Form liebender Paarbeziehung nicht wirklich selbstverständlich, ihr Ehemann. Am fortgeschrittenen Abend des 8. Januar, nach der Begleitung eines wiederholten Heizungsausfalls im neuen Zehnthaus, entschied das Leben, dass wenige Stunden später für ihn jede Hilfe zu spät kommen sollte.

Am 9. Januar 2024 starb Dietrich Gottwald völlig unerwartet und plötzlich, aber geborgen im Nepomukhaus und im Beisein seiner (Ehe-)Frau. Unserer Stifterin ist es ein tiefes Bedürfnis und inniges Anliegen, ihren Mann als eigentlichen Stifter zu wissen. Erst der Tod machte seine persönliche Anstifterin „leider“ selbst zur nun alleinigen Stiferin. Dietrich Gottwald war, ist und bleibt der stille Teilhaber, Ermöglicher und Wegbegleiter unserer AnStifterin wie auch der Stiftung TabuBrücke – auf der anderen Seite des Weges. Des Weges, der alles verbindet – Sehnsuchts- und TabuOrt zugleich.

Diese hybride Form unseres Stifterpaares spiegelt sich auch in der Struktur der Stiftung wider. Die TabuBrücke ist eine hybride Stiftung. Neben dem Verbrauchskapital, das die vorwiegend operative Arbeit ermöglicht, hält sie einen Ewigkeitsanteil für die Denkmäler – einen Anteil, der über den Tod „beider“ Stifter hinaus Bestand haben soll.